Marktkommentar

Resiliente Portfolios jenseits der öffentlichen Märkte im Jahr 2026

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Apr 04, 2026

Aktuell ist die Situation an den öffentlichen Märkten von Unsicherheit geprägt und unterscheidet sich deutlich von früheren Jahren. Hohe Zinssätze, anhaltende geopolitische Risiken und eine rasch wechselnde Marktstimmung haben ein Umfeld geschaffen, in dem Volatilität keine Anomalie, sondern vielmehr ein fester Bestandteil des Marktgeschehens ist.

Resiliente Portfolios jenseits der öffentlichen Märkte im Jahr 2026

Lange diente das 60/40-Portfoliomodell als stabiler Ansatz im Umgang mit Marktunsicherheit. Aktien sorgten für Wachstum, Anleihen für Balance, und weitere Risiken wurden durch Diversifizierung gemindert. In einer Zeit sinkender Zinssätze und reichlich vorhandener Liquidität funktionierte dieses Modell gut. Am Anfang des Jahres 2026 werden seine Grenzen jedoch immer deutlicher.

Die Grenzen der traditionellen Diversifizierung

Das traditionelle 60/40-Portfolio basiert auf der Annahme, dass sich Aktien und Anleihen in von Marktstress geprägten Phasen unterschiedlich verhalten. Dieser Effekt hat sich jedoch in den letzten Jahren abgeschwächt. Infolge der steigenden Inflation und der koordinierten Massnahmen der Zentralbanken korrelieren Aktien und Anleihen stärker miteinander. Die schützende Wirkung der Diversifizierung wurde somit geschmälert.

Studien zeigen, dass beide Anlageklassen sich bei Zinsschocks in die gleiche Richtung bewegen können und Portfolios dadurch anfälliger sind als erwartet.[1]

Gleichzeitig haben sich die öffentlichen Märkte stärker konzentriert: Inzwischen dominiert eine kleine Gruppe von Grosskonzernen, insbesondere im Technologiesektor, die grossen Aktienindizes. So entfallen fast 38% der gesamten Marktkapitalisierung im S&P 500 auf die zehn grössten Aktien. Anlegerinnen und Anleger könnten daher davon ausgehen, dass ihre Anlagen diversifiziert sind, obwohl sie in Wirklichkeit ähnlichen Wachstumsfaktoren und Risiken ausgesetzt sind.[2]

Der verborgene Teil der Wirtschaft

Oft übersehen wird hingegen der wachsende Anteil der Weltwirtschaft, der ausserhalb der öffentlichen Märkte existiert. Die Zahl der kotierten Unternehmen ist an allen grossen Börsen zurückgegangen, während private Unternehmen länger in privater Hand bleiben. Heute gibt es über 215’000 Unternehmen, die mit Private Equity und Risikokapital finanziert werden, verglichen mit rund 8’800 Unternehmen in globalen öffentlichen Aktienindizes wie dem MSCI ACWI Investable Market Index. Damit ist die Zahl der privaten Unternehmen fast 25 Mal so hoch wie die der börsenkotierten Gesellschaften.[3]

Trotz dieser Grössenordnung entfällt ein geringerer Anteil des gesamten investierten Kapitals auf die Privatmärkte. Diese bieten ein Engagement in Sektoren, die in den öffentlichen Indizes weniger präsent sind, wie industrielle Dienstleistungen, Logistik, Gesundheitswesen, Infrastruktur und Real Estate. Diese Sektoren sind an langfristige Trends gebunden, die durch Nachfrage und Ausführung und nicht durch die kurzfristige Marktstimmung beeinflusst werden.

Wie Wert geschaffen wird

Ein wesentlicher Unterschied zwischen den öffentlichen und privaten Märkten besteht in der Art und Weise, wie Renditen erzielt werden. An den öffentlichen Märkten werden die Renditen häufig von Schwankungen der Bewertungskennzahlen und der Anlegerstimmung bestimmt. Im Gegensatz dazu ergeben sich die Renditen an den Privatmärkten in der Regel aus direkten Verbesserungen innerhalb der Unternehmen, beispielsweise Expansion der Geschäftstätigkeit, Stärkung der Bilanz, Konsolidierung von Branchen oder stabilere Cashflows.

Da Privatanlagen nicht täglich gehandelt werden, wird die Performance weniger von der Marktstimmung als von den operativen Fundamentaldaten der Unternehmen beeinflusst. Über längere Zeiträume hinweg hat sich dieser Unterschied als bedeutsam erwiesen.

Allerdings sind die Privatmärkte nicht frei von Risiken. Zu den Risikofaktoren zählen unter anderem die Illiquidität, die längere Haltedauer und die Bedeutung der Managerauswahl. Die Risiken von Privatmarktanlagen werden jedoch eher durch Struktur, Disziplin und aktive Einflussnahme gemindert als durch tägliche Kursbewegungen.

Zugang und Auswahl als Erfolgsfaktoren

Der Zugang zu Privatmarktanlagen ist nicht unkompliziert. Erstklassige Manager haben oft begrenzte Kapazitäten, verlangen hohe Mindestanlagebeträge und verzeichnen erhebliche Schwankungen in der Fondsperformance. Dadurch entsteht eine Zugangslücke, in der institutionelle Investoren wie Pensionsfonds und Stiftungen von engagierten Teams profitieren, die sich auf Sourcing, Due Diligence und den Aufbau von Privatmarktportfolios konzentrieren.

Bei Petiole werden die Privatmärkte nicht als isolierte Anlagemöglichkeiten betrachtet, sondern in umfassendere Portfolios mit definierten Zielen, Pacing-Modellen und einer Diversifizierung über Strategien und Jahrgänge hinweg integriert. Dieser Ansatz macht Privatmarktstrategien, die normalerweise nur grossen Institutionen offenstehen, innerhalb eines strukturierten, disziplinierten Rahmens zugänglich.

Der Ansatz von Petiole bildet die Kapitalallokation führender Institutionen ab. Laut dem Global Private Markets Report 2025 von McKinsey planen etwa 30% der befragten institutionellen Investoren, ihre Allokationen in Private Equity im kommenden Jahr zu erhöhen. Viele andere beabsichtigen ebenfalls, insgesamt mehr Kapital in Privatmarktstrategien einzusetzen, was auf ein anhaltendes Interesse an Privatanlagen für langfristige Portfolios hindeutet.[4]

Ein praktischer Wandel für die Zukunft

Am Jahresauftakt 2026 ist klar, dass Anlegerinnen und Anleger ein breiteres Instrumentarium benötigen als in den vergangenen zehn Jahren. Die öffentlichen Märkte spielen nach wie vor eine wichtige Rolle für Liquidität und Transparenz. Wer sich jedoch ausschliesslich auf sie verlässt, könnte konzentrierten Risiken und steigenden Korrelationen ausgesetzt sein.

Die Privatmärkte bieten eine ergänzende Strategie. Sie eröffnen den Zugang zu einer breiteren wirtschaftlichen Basis mit alternativen Renditetreibern und einer langfristigen Wertschöpfung, die an Unternehmen und Vermögenswerte gebunden ist.

Bei diesem Ansatz geht es nicht um die Jagd nach Renditen oder den vollständigen Verzicht auf Anlagen an den öffentlichen Märkten. Das Ziel ist vielmehr, Portfolios so zu modernisieren, dass sie die Realität der heutigen globalen Wirtschaft widerspiegeln.

Petiole unterstützt Anlegerinnen und Anleger beim Aufbau ausgewogener Portfolios mit Klarheit, Disziplin und institutionellem Know-how, damit sie für die kommenden Zyklen optimal positioniert sind.



[1] Alpha Architekt

[2] Visual Capitalist

[3] HarbourVest

[4] McKinsey & Company

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